Was ist ein „People Pleaser”?

Im aktuell laufenden Gruppen-Coaching-Programm „Lebe Deine Bestimmung“ trainieren wir unter anderem die Intuition. Dazu zählt auch, in sich hineinzuhorchen und zu fragen: „Was will ich wirklich?“ Diese einfache Frage ist eine große Herausforderung für viele Frauen, insbesondere für jene, die „People Pleaser“ sind.

Was ist ein „People Pleaser“?

Ein “People Pleaser” ist jemand, der anderen gefallen will. Jemand, der alles dafür tut, damit es anderen gut geht und dabei sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse zurückstellt. In dem Wunsch, die anderen glücklich zu machen und ihnen zu gefallen. Egal um welchen Preis.

People Pleasing geht damit einher, dass man die anderen und ihre Bedürfnisse an erste Stelle stellt, vor die eigenen Bedürfnisse. People Pleaser haben große Probleme damit, auch einmal „nein“ zu sagen. Denn sie sind darauf trainiert, nett zu anderen zu sein. Wohlzugefallen. Erst wenn andere sie mögen, fühlen sie sich wertvoll und liebenswert.

Das kann bedeuten, dass sie zum Beispiel den Problemen anderer über Stunden zuhören, ohne darüber zu sprechen, wie es ihnen selbst geht. Und sich nach dem Gespräch womöglich ganz erschöpft fühlt. Sie machen es dem anderen zuliebe. Um die Person glücklich zu machen oder nicht zu belasten mit den eigenen Sorgen. Und weil sie dies wahrscheinlich schon immer so gemacht haben. Schon als Kind in der Ursprungsfamilie. Denn dieses Verhalten ist nicht angeboren, es ist antrainiert.

Woher kommt das „People-Pleasing“?

People-Pleaser haben meist schon als Kind zuhause die Stimmung ausgeglichen und für Balance gesorgt. Oder die Gefühle und Bedürfnisse zurückgestellt, um beispielsweise die Mutter oder eine andere Bezugsperson glücklich zu machen oder zu entlasten. Sie haben anderen Familienmitgliedern geholfen und deren Bedürfnis an die erste Stelle gestellt, damit alles harmonisch war. Sie haben, wenn hochsensibel und empathisch, sogar ihre Energie gegeben, um auszugleichen.

Wenn Du als Erwachsener ein People Pleaser bist, läufst Du Gefahr, dass Du Dich ausbrennst. Und dass Du nicht das Leben führst, dass für Dich gedacht ist. Sondern ein Leben führst, von dem Du das Gefühl hast, die anderen möchten es so. Oder es macht die anderen glücklich. Vielleicht fällt es Dir sogar schwer Dir vorzustellen, was Du selbst gerne möchtest.

Wichtig ist: Es ist prinzipiell nichts Schlechtes daran, seine Interessen auch einmal hintanzustellen zu können zum Wohle von anderen. Wenn dies ein bewusster Vorgang ist und auch nicht immer der Fall ist. Sondern eine bewusste Entscheidung.

Hilfreiche Fragen

Wer das Verhalten des „People Pleasing“ zutiefst verinnerlicht hat und verändern möchte, dem fällt es gar nicht so leicht, sich anders zu verhalten. Weil man gar nicht weiß, wie das geht. Wenn Dich dies anspricht und Du Dich wiedererkennst, frage Dich:

  • Warum hast Du dieses Verhalten?
  • Wann hat es angefangen?
  • Was war damals der Nutzen?
  • Wie ist es jetzt?
  • Was hast Du jetzt davon, dass Du Dich so verhältst?
  • Was würde passieren, wenn Du Deine Wünsche artikulierst?

People-Pleasing beenden

Es ist eine gesunde Entscheidung, das People-Pleasing zu beenden. Wenn Du Dich selbst und Deine Bedürfnisse wahrnimmst und wichtig nimmst, dann ist dies ein Akt der Selbstliebe. Dann kannst Du beginnen, in kleinen Schritten, zu artikulieren, was Du möchtest oder auch, was Deine Sicht auf die Dinge ist. Dies ist ein Prozess. Es ist ein Umtrainieren. Du brauchst dazu Geduld und Mitgefühl mit Dir selbst. Ganz wichtig ist: Du hast keinen Fehler gemacht! Doch Du darfst jetzt auch an Dich zu denken.

Es bedeutet nicht, dass Du plötzlich ein Egoist bist oder wirst. Oder dass sich die Menschen von Dir abwenden werden. Es kann sein, dass die Menschen Dich dann überhaupt erst richtig kennenlernen können. Dich noch mehr respektieren. Und dass Du feststellst, dass es sehr wohl möglich ist, dass auch Deine Interessen berücksichtigt werden und Du Menschen sogar näherkommen kannst als vorher. Weil Du Dich zeigst, wie Du bist und wirklich authentisch bist.

Bewusstsein

Um aus dem People-Pleaser-Muster zu kommen, geht es im ersten Schritt um ein Training vom Bewusstsein. Werde Dir bewusst, was Du möchtest und wann Du Dich zurücknimmst zugunsten anderer. Das kann erst einmal ein interner Prozess sein. Dabei kannst Du Dich selbst beobachten. Hilfreiche Fragen, die Du Dir selbst stellen kannst bei einer Begegnung oder Verabredung mit Menschen:

  • Wie geht es mir wirklich?
  • Was will ich wirklich?
  • Was denke ich wirklich?

Wenn Du dies bewusst wahrnimmst, dann kann es sein, dass Du die Verabredung mit der Freundin, die sich immer beklagt, mit anderen Augen siehst. Was wäre, wenn Du auch Dein Herz ausschütten würdest? Wie würde das Treffen oder das Gespräch dann verlaufen?

Vielleicht tut es der Freundin gut, wenn Du Dich ihr öffnest und sie Dir auch etwas zurückgeben kann. Vielleicht ist es erleichternd für sie zu sehen, dass auch Du einmal ihre Hilfe brauchst. Vielleicht ist es aber auch so, dass sie kein Verständnis dafür hat, dass Du Dich mitteilen möchtest. Dann wird sich diese Freundschaft wahrscheinlich verändern, wenn Du Dein Verhalten änderst. Denn diese Freundschaft basiert dann auf einem Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen.

Ausblick

Wenn Du nach und nach herauskommst aus dem People Pleasing, gibst Du Menschen die Chance, Dich wirklich kennenzulernen. Und Du gibst Dir selbst die Chance, dass Deine Bedürfnisse berücksichtig und auch erfüllt werden können. Dass Du zufriedener bist und mehr Freude hast. Dass Du nicht ausbrennst. Dass Du Deine Bestimmung lebst. Du hast ein schönes Leben verdient, in dem Du selbst und Deine Bedürfnisse wichtig sind.

Love and Light,

Birgit

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